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die Schrift im Zusammenhang entdecken

Antonio aus unserer Gemeinschaft
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EIN PERSÖNLICHER GLAUBENSWEG

Antonio - mein Weg zum Glauben und zur Gemeinschaft

Schalom, meine Lieben! Der Frieden des Höchsten sei mit euch.

Ich bin Antonio und Teil unserer wunderbaren Gemeinschaft. Ich bin dankbar, eine geistliche Familie gefunden zu haben, in der man sich einbringen, mitgestalten und seine Gedanken offen aussprechen darf. Fragen und unterschiedliche Überlegungen sind bei uns willkommen. Dieses gemeinsame Suchen und Lernen bedeutet mir viel.

Ein Glaube, den ich selbst verstehen wollte

Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen. Schon als Kind glaubte ich daran, dass es Gott gibt. In meiner Jugend wollte ich jedoch genauer verstehen, worauf mein Glaube beruht. Ich fragte mich: Was glauben Menschen anderer Religionen? Warum halte ich den christlichen Glauben für wahr?

Deshalb begann ich, mich mit verschiedenen Religionen zu beschäftigen. Besonders die abrahamitischen Religionen rückten dabei in meinen Blick. Ich setzte mich näher mit dem Judentum und vor allem mit dem Islam auseinander, las im Koran und führte Gespräche mit religiösen Gelehrten.

Im Laufe dieser Beschäftigung begegneten mir Lehren und Vorstellungen, die ich persönlich nicht mit meinem Verständnis eines liebenden Gottes vereinbaren konnte. Für mich wurde deutlich, dass ich meinen Glaubensweg nicht im Islam finden würde. Damit beschreibe ich meine persönliche Auseinandersetzung; Menschen anderer Glaubensrichtungen möchte ich weiterhin respektvoll begegnen.

Beim Beschäftigen mit dem Judentum wurde mir die gemeinsame Grundlage mit dem christlichen Glauben bewusster: die Geschichte Israels, die Torah und die Propheten. Diese Verbindung führte mich noch tiefer in die Bibel hinein. Meine Überzeugung wuchs, dass ich in Gottes Wort die Wahrheit finde und die Schrift als Ganzes kennenlernen möchte.

Glaube und mein Interesse an Naturwissenschaft

Während meiner Schulzeit beschäftigte ich mich intensiv mit Naturwissenschaften und machte mein Abitur mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Für mich stehen dieses Interesse und mein Glaube an den Schöpfer nicht im Widerspruch.

Die Ordnung und die Zusammenhänge in der Natur lassen mich staunen. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto stärker empfinde ich den Wunsch, den Schöpfer und sein Werk kennenzulernen. Ich halte den Glauben an Gott für vernünftig und den biblischen Schöpfungsbericht für bedeutsam und überzeugend. Dabei möchte ich sowohl naturwissenschaftliche Erkenntnisse sorgfältig betrachten als auch Gottes Wort aufmerksam lesen.

Mich ermutigt, dass bedeutende Naturwissenschaftler ihren Glauben ernst nahmen. Johannes Kepler verstand seine Erforschung des Universums als Teil seiner christlichen Aufgabe, Gottes Werke besser zu verstehen. Michael Faraday gehörte einer christlichen Gemeinschaft an, deren Orientierung am Neuen Testament sein Leben wesentlich prägte. (Johannes Kepler; Michael Faradays Glaube und Wissenschaft)

James Clerk Maxwell beschäftigte sich intensiv mit der Bibel und tauschte sich auch in Briefen mit seiner Frau über den Glauben und seine praktische Bedeutung aus. Sein christlicher Glaube zeigte sich zudem in seinem Einsatz für Bildung und in der Unterstützung seiner Gemeinde. (James Clerk Maxwells christlicher Glaube)

Auch Isaac Newton, einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Geschichte, widmete sich ausführlich der Bibel, der Prophetie und der frühen Kirchengeschichte. Er untersuchte biblische Texte und ihre Überlieferung, verglich unterschiedliche Textfassungen und setzte sich mit griechischen Formulierungen auseinander. Seine erhaltenen Schriften zeigen, wie ernst er religiöse Fragen nahm und wie wichtig ihm eine sorgfältige Prüfung überlieferter Lehren war. (Newtons wissenschaftliche und religiöse Arbeiten; Newtons Untersuchungen zur Textüberlieferung)

Interessant finde ich außerdem Blaise Pascals Überlegungen zum Glauben. In seiner bekannten Wette argumentiert er mithilfe entscheidungstheoretischer Überlegungen dafür, sich dem Glauben an Gott zuzuwenden. Dieses Argument hängt von bestimmten Voraussetzungen ab und regt dazu an, die Frage nach Gott und ihren Konsequenzen für das eigene Leben ernst zu nehmen. (Pascals Wette)

Diese Männer vertraten nicht in allen Fragen dieselben Überzeugungen. Ihre Lebensgeschichten zeigen mir dennoch, dass gründliches Nachdenken, wissenschaftliche Forschung und ein ernsthafter Glaube miteinander verbunden sein können.

Auf der Suche nach einer Gemeinschaft

Auf meinem weiteren Glaubensweg beschäftigte ich mich mit unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen und Gemeinden. Dazu gehörten katholische und pfingstliche Glaubensrichtungen, der Adventismus sowie freievangelische, baptistische und weitere Gemeinden. Ich besuchte Versammlungen und Konferenzen, führte Gespräche mit geistlichen Leitern und versuchte, die jeweiligen Lehren an der Schrift zu prüfen.

Dabei entstanden immer wieder Fragen. Manche Aussagen und Gewohnheiten konnte ich nicht mit dem vereinbaren, was ich selbst in der Bibel las. Mich beschäftigte besonders: Wenn Gottes Wort unsere höchste Autorität ist, warum richten wir unsere Lehre und unser Leben dann nicht konsequent daran aus?

Warum halten wir manchmal so fest an unseren eigenen Erklärungen, dass wir sie kaum noch hinterfragen? Warum werden manche Gebote Gottes als unwichtig behandelt, während andere menschliche Gewohnheiten einen großen Stellenwert erhalten? Auch bei den Festtagen fragte ich mich, weshalb Gottes ausdrücklich genannte Festzeiten häufig in den Hintergrund treten.

Manchmal empfand ich das Verhältnis zwischen verschiedenen Gemeinden beinahe als Wettbewerb darum, wer recht hat und wer anderen den Glauben absprechen darf. Ich sehnte mich nach einem Miteinander, in dem wir gemeinsam prüfen, Fragen zulassen und bereit sind, uns selbst korrigieren zu lassen. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensrichtung sollte für mich nicht wichtiger werden als die Treue zu Gott und die Liebe zu unseren Mitmenschen.

Zeitweise dachte ich, mit diesen Fragen ziemlich allein zu sein. Deshalb suchte ich auch im Internet nach Menschen, die ähnliche Gedanken hatten. Unter anderem stieß ich auf den YouTube-Kanal EndzeitreporterMCM. Es ermutigte mich, Menschen zu finden, denen die Ausrichtung an der Schrift ebenfalls wichtig war.

Später lernte ich verschiedene Hauskreise und Gemeinschaften kennen, darunter messianische Christen, messianische Juden und Menschen, die sich als Torah-Christen und Anhänger Yeshuas verstehen. Durch Besuche, Gespräche und gemeinsame Lesungen entstanden viele Kontakte.

Was ich unterwegs gelernt habe

Auf diesem Weg durfte ich wertvolle Menschen kennenlernen. Manche Geschwister leisten eine beeindruckende Arbeit für den HERRN und leben ihren Glauben mit großer Hingabe und Nächstenliebe. Dafür bin ich dankbar.

Es gab aber auch schmerzliche Erfahrungen. Ich erlebte Situationen, in denen für mich zwischen verkündigter Lehre und tatsächlichem Verhalten eine deutliche Lücke entstand. Besonders belastete mich, wenn Menschen bei Geldforderungen unter Druck gesetzt wurden und diese Forderungen als biblische Verpflichtung dargestellt wurden.

Anderswo vermisste ich Barmherzigkeit oder die Bereitschaft, sich selbst genauso kritisch zu prüfen wie andere. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass vor allem jene Gebote betont wurden, die zu den eigenen Vorstellungen passten, während andere kaum Beachtung fanden.

Für mich ist die Schrift als Ganzes wichtig. Ich möchte auch dort hinhören, wo Gottes Wort meine Gewohnheiten infrage stellt oder eine Veränderung von mir verlangt. Diesen Maßstab möchte ich ebenso an mich selbst anlegen.

Diese Erfahrungen haben mich traurig gemacht. Sie haben mir aber auch gezeigt, worauf ich selbst achten möchte: Gottes Wort soll unser Verhalten prägen. Auch ich brauche Korrektur, Geduld und Vergebung. Ich möchte nicht nur über Nächstenliebe sprechen, sondern lernen, sie zu leben.

Selbst straucheln und Gottes Gnade erfahren

Schon in der frühen Corona-Zeit begann ich, gemeinsame Bibellesungen zu leiten. Das tat ich mit großer Freude und Liebe zur Schrift. Eine eigene Gemeinschaft zu gründen, war dabei nie mein ursprünglicher Plan.

Doch auch ich kam während dieser Zeit ins Straucheln. Gerade weil mir Gottes Wort wichtig war, wollte ich nicht etwas verkündigen und zugleich den Eindruck erwecken, bei mir selbst sei alles in Ordnung. Ich fragte mich, ob ich überhaupt weiter vor anderen über die Schrift sprechen durfte.

Menschen an meiner Seite erinnerten mich daran, dass ich mit meinem Straucheln ehrlich vor Gott treten darf. Entscheidend ist, Schuld nicht zu verstecken oder zu rechtfertigen, sondern umzukehren, Verantwortung zu übernehmen und seine Vergebung anzunehmen.

Das Bild des Wiederaufstehens in den Sprüchen hat mich dabei ermutigt:

„Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf“

(Sprüche 24:16, Auszug)

Dieser Vers spricht im Zusammenhang von Bedrängnis und Unglück. Für den Umgang mit eigener Schuld wurde mir besonders die Zusage wichtig, dass Gott uns vergibt, wenn wir unsere Sünden bekennen. Johannes schreibt, dass er uns die Sünden vergibt und von Ungerechtigkeit reinigt.

„dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

(1.Johannes 1:9, Auszug)

Diese Gnade hat meinen Glauben vertieft. Ich lernte, dass ich Gottes Liebe brauche und auf seine Vergebung angewiesen bin. Dafür danke ich ihm.

Ich hatte mich nie bewusst in die Position eines Menschen stellen wollen, der andere unterrichtet und die Schrift auslegt. Doch immer wieder wurde ich um gemeinsame Lesungen gebeten oder zu Bibelstellen gefragt. Mit der Zeit begann ich, diese Möglichkeit als Geschenk und zugleich als Verantwortung vor Gott zu verstehen.

Ich möchte Menschen helfen, die Schrift selbst kennenzulernen, Zusammenhänge zu entdecken und ihre Fragen offen zu stellen. Dabei bleibe auch ich ein Lernender.

Gottes Wirken erleben

Zu meinem Glaubensweg gehören auch Erlebnisse, die ich als Gebetserhörungen und Wunder Gottes erfahren habe.

Ich habe erlebt, wie kranke Menschen gesund wurden und Menschen wieder gehen konnten, denen zuvor gesagt worden war, dass sie nicht mehr würden laufen können. Was ich dabei mit eigenen Augen gesehen habe, hat mich tief bewegt. Ich erkenne darin das Wirken und die Barmherzigkeit meines Gottes.

Diese Erfahrungen erfüllen mich mit Dankbarkeit und Ehrfurcht. Sie haben meine Überzeugung gestärkt, dass Gott auch heute Gebete hört und mitten unter Menschen wirkt. Ich danke ihm dafür, dass ich solche Momente miterleben durfte.

Israel, meine Taufe und ein unvergesslicher Moment

Es war lange ein großer Wunsch von mir, Israel und besonders Jerusalem zu besuchen. Im Jahr 2023 durfte ich zu Sukkot, dem Laubhüttenfest, nach Israel reisen und mich im Jordan taufen lassen. Für mich war das eine besondere Gelegenheit, meinen Glauben zu bekennen und meinen Weg mit dem Messias bewusst weiterzugehen.

Einer der emotionalsten Momente meines Lebens war der Besuch der als Grab Jesu überlieferten Stätte. Dort empfand ich einen tiefen Frieden und eine Dankbarkeit, die ich nur schwer in Worte fassen kann. Das, was ich aus der Schrift kannte und woran ich glaubte, berührte mich an diesem Ort auf eine ganz persönliche Weise.

Auch 2026 durfte ich erneut nach Israel reisen und Sukkot dort feiern. Ich bin dem Allmächtigen dankbar für diese Möglichkeiten und die Erinnerungen, die mich bis heute begleiten.

Wer die Gelegenheit zu einer solchen Reise hat, dem kann ich sie aus meiner persönlichen Erfahrung ans Herz legen. Für mich waren diese Besuche eine große Ermutigung auf meinem Glaubensweg.

Dankbar für das, was Gott wachsen lässt

Umso dankbarer bin ich heute für die Menschen, die zusammengefunden haben. Ich erkenne darin Gottes Führung und freue mich, mit euch lesen, fragen und über sein Wort nachsinnen zu dürfen.

Mein Wunsch ist, dass wir gemeinsam wachsen, einander unterstützen und für das offenbleiben, was der HERR uns zeigen möchte. Ich danke ihm für unsere Gemeinschaft und für die Möglichkeit, meinen Teil dazu beizutragen.

Möge der Allmächtige an uns arbeiten, uns leiten und uns in seinem Wort wachsen lassen. Sein Wille möge unter uns geschehen.

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