HÖREN, ERWACHEN UND UMKEHREN
Yom Teruah - der Tag des Hörnerschalls
Wann? Am 1.Tag des siebten Monats, von Abend zu Abend. Für unsere Festzählung orientieren wir uns am Monatsanfang nach bestätigter Neumondsichtung in Israel.
4.Mose 29:1-6 · 3.Mose 23:23-25 · Joel 2:1,12-13
Die Torah bestimmt diesen Tag als Ruhetag, heilige Versammlung und Tag des Teruah-Schalls. In 3.Mose wird er als Gedenken unter Hörnerschall beschrieben. Gott gibt damit eine besondere Zeit zum Zusammenkommen, Hören und Erinnern. Eine ausführliche Erklärung aller Bedeutungen des Tages enthält die Festanordnung selbst nicht.
Das hebräische Wort Teruah bezeichnet einen lauten Ruf oder Schall. Je nach Zusammenhang kann damit ein Hornsignal, ein Alarmruf oder auch das Jauchzen von Menschen gemeint sein. Der Name des Festes weist deshalb auf einen eindringlichen, weithin hörbaren Ruf hin.
Für uns besitzt dieser Ruf eine geistliche Bedeutung: Wir wollen aufmerksam werden, Gottes Wort hören und unser Leben vor ihm prüfen. Joel verbindet das Schofarblasen mit der Warnung vor dem kommenden Tag des HERRN und ruft zur aufrichtigen Umkehr auf. Diese prophetischen Aussagen vertiefen unser Verständnis des Festes, ohne selbst eine zusätzliche Festanordnung zu sein. (Joel 2:1,12-13)
Der Hörnerschall kann zugleich Freude und Ehrfurcht ausdrücken. Psalm 47 verbindet ihn mit dem Lob Gottes als König über die ganze Erde. So richten wir unseren Blick auf den HERRN, seine Herrschaft und unsere Verantwortung vor ihm. (Psalm 47:6-9)
Warum feiern wir Yom Teruah als Fest im siebten Monat?
Im heutigen Judentum wird dieser Tag als Rosch Haschana, „Anfang des Jahres“, gefeiert. Diese Bezeichnung und die damit verbundene Jahreszählung gehören zur jüdischen Kalendertradition. Auch dort bleibt dieser Monat in der von Nisan ausgehenden Monatszählung der siebte Monat.
Für unsere Gemeinschaft ist die Anordnung in 2.Mose 12 maßgeblich: Gott bestimmt den Monat des Auszugs aus Ägypten zum ersten Monat des Jahres. Deshalb setzen wir unseren Jahresanfang im Monat Abib an und feiern Yom Teruah als den von Gott bestimmten Festtag im siebten Monat. Die Festanordnungen in 3.Mose 23 und 4.Mose 29 nennen ihn nicht als Neujahrsfest. (2.Mose 12:1-2; 2.Mose 13:4)
Wir feiern somit denselben biblischen Festtermin, übernehmen für unsere Festgestaltung jedoch nicht die Bedeutung als Jahresbeginn. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Gedenken, dem Teruah-Schall, der heiligen Versammlung und dem bewussten Hören auf Gott.
Wie wird das Fest gefeiert?
Die Torah gebietet eine heilige Versammlung und Ruhe von gewöhnlicher Arbeit. Zum damaligen Heiligtumsdienst gehörten außerdem besondere Opfergaben. Diese Opfer werden durch unsere heutige Feier nicht ersetzt. (3.Mose 23:23-25; 4.Mose 29:1-6)
Als Gemeinschaft kommen wir zu Schriftlesung, Gebet und Lobpreis zusammen und lassen den Schofar erklingen. Sein Ruf erinnert uns daran, innezuhalten, unser Herz zu prüfen und zum HERRN zurückzukehren. Umkehr bedeutet für uns, Schuld zu bekennen und unseren Weg wieder an Gottes Wort auszurichten. Yom Teruah lädt uns ein, mit Freude und Ehrfurcht vor Gott zu treten: Wir wollen hören, erwachen und umkehren. Unser Blick richtet sich auf den kommenden König und unsere Hoffnung auf Jesus, den Messias.