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die Schrift im Zusammenhang entdecken

BIBLISCHE FESTTAGE

Feste, die uns erinnern.
Gemeinsam vor Gott.

Entdeckt Gottes Festzeiten, ihre Bedeutung und die passenden Bibellesungen. Die Grundlagen unserer Zeitrechnung erklären wir auf der Seite „Biblischer Kalender“.

DER FESTKREIS AUF EINEN BLICK

Vom Auszug bis zur Erntefreude

Festübersicht: Pessach am 14. des ersten Monats; ungesäuerte Brote vom 15. bis 21.; Erstlingsgarbe am Tag nach dem Sabbat; Schawuot am 50. Zähltag; Yom Teruah am 1., Yom Kippur am 10., Sukkot vom 15. bis 21. und Schemini Azeret am 22. des siebten Monats. Schabbat jede Woche am siebten Tag.
Die Termine folgen der biblischen Monatszählung. Die Erstlingsgarbe und der Beginn der Zählung bis Schawuot werden unterschiedlich ausgelegt.

DIE FESTE DES HERRN

Ein Geschenk Gottes an sein Volk

Die oben gezeigten Feste haben ihren Ursprung in Gottes Wort. Der HERR nennt sie ausdrücklich seine Feste und bestimmt sie als Zeiten heiliger Versammlung: „dies sind meine Feste“. Ihre Bedeutung geht deshalb für uns über einen kulturellen Brauch hinaus. Gott hat sie Israel anvertraut; im jüdischen Leben werden sie bis heute bewahrt. Diesen Ursprung achten wir und nehmen die Festzeiten als Gemeinschaft im Glauben an Jesus, den Messias, dankbar an. (3.Mose 23:2-4)

Die Feste erinnern an Gottes Handeln: an Befreiung, Versorgung, Vergebung und seine Treue. Sie verbinden Erinnerung mit Dankbarkeit und laden dazu ein, vor dem HERRN zusammenzukommen. Im Licht der gesamten Schrift entdecken wir darin zugleich Bezüge zum Messias und zur Hoffnung auf Gottes kommende Herrschaft.

Auch Jesus und die Apostel standen in diesem Festkalender. Jesus feierte Pessach mit seinen Jüngern und ging zum Laubhüttenfest nach Jerusalem. Die Jünger waren an Schawuot, dem Pfingsttag, versammelt, als der Heilige Geist ausgegossen wurde. Paulus berücksichtigte Pfingsten bei seiner Reiseplanung. Diese Zeugnisse zeigen, dass die biblischen Festzeiten zum Leben Jesu und der ersten Gemeinden gehörten. (Lukas 22:14-15; Johannes 7:2,10; Apostelgeschichte 2:1-4; 1.Korinther 16:8)

Als Gemeinschaft möchten wir diese Zeiten bewusst ehren. Wir feiern, um Gottes Rettung zu bedenken, sein Wort gemeinsam zu lesen, zu beten und ihm zu danken. Dabei verstehen wir die Festbegehung als Ausdruck unserer Liebe und unseres Gehorsams gegenüber Gott. Unsere Rettung gründet in der Gnade unseres Herrn Jesus. (Apostelgeschichte 15:11)

Für die heutige Gestaltung unterscheiden wir sorgfältig zwischen den biblischen Anordnungen, den damals am Heiligtum dargebrachten Opfern und später entstandenen Bräuchen. Nicht jede überlieferte Festhandlung ist ein ausdrückliches Gebot Gottes. Die folgenden Abschnitte nennen deshalb die biblischen Termine und Bedeutungen und erläutern, wie wir diese Festzeiten heute gemeinsam begehen möchten.

Ungesäuertes Brot, bittere Kräuter und ein Becher auf einem Tisch.

RETTUNG UND BEFREIUNG

Pessach

Wann? Am 14.Tag des ersten Monats, zur Abendzeit.

Pessach erinnert an Gottes Rettung und die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Beim ersten Pessach wurde das Blut eines makellosen Lammes an die Türpfosten und den oberen Türbalken gestrichen. Gott bestimmte dieses Blut zum Zeichen: Die damit gekennzeichneten Häuser blieben vom Gericht über die Erstgeborenen verschont. Noch in derselben Nacht bereitete sich Israel auf den Aufbruch in die Freiheit vor.

Gott gebot, diesen Tag als bleibendes Gedenken zu feiern. Beim Erzählen des Auszugs erinnern wir uns daran, dass der HERR die Not seines Volkes sieht und es aus der Knechtschaft herausführt. Für uns erhält diese Rettung im Messias eine besondere Tiefe: Paulus bezeichnet Jesus ausdrücklich als unser Passahlamm. In ihm erkennen wir Gottes Rettung von Sünde und unsere Berufung zu einem erneuerten Leben.

Wie wird das Fest gefeiert?

Beim ursprünglichen Pessachmahl wurde das über dem Feuer gebratene Lamm zusammen mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern gegessen. Das Mahl geschah in Bereitschaft zum Aufbruch. Diese Bestandteile gehören zur biblischen Beschreibung des ersten Pessachs.

Heute möchten wir als Gemeinschaft mit Schriftlesung, Gebet und einem gemeinsamen Erinnerungsmahl Gottes Befreiung bedenken. Ungesäuertes Brot und bittere Kräuter helfen dabei, die Erzählung anschaulich aufzugreifen. Wir erzählen vom Auszug aus Ägypten, danken dem HERRN für seine Treue und betrachten die Verbindung zu Jesus, unserem Passahlamm.

Ungesäuerte Fladenbrote auf einem Leinentuch.

AUFBRUCH UND EIN ERNEUERTES LEBEN

Das Fest der ungesäuerten Brote

Wann? Vom 15.Tag bis zum 21.Tag des ersten Monats, sieben Tage lang. Es beginnt am Vorabend des 15.Tages und endet am Abend des 21.Tages.

Das Fest der ungesäuerten Brote schließt unmittelbar an Pessach an. Es erinnert daran, dass Gott Israel mit mächtiger Hand aus Ägypten herausführte. Der Aufbruch geschah so eilends, dass das Volk seinen noch ungesäuerten Teig mitnahm. Die ungesäuerten Brote halten diese Befreiung und den Beginn eines neuen Weges lebendig. (2.Mose 12:34,39)

Gott gebot, diese Erinnerung Jahr für Jahr zu bewahren und den Kindern zu erklären, was der HERR beim Auszug getan hatte. Das Fest verbindet deshalb das gemeinsame Essen mit dem Erzählen und Weitergeben von Gottes Wort. Jede Generation soll seine rettende Macht und Treue kennenlernen. (2.Mose 13:8-10)

Paulus greift den Sauerteig als geistliches Bild auf: Schon eine kleine Menge durchsäuert den ganzen Teig. Er fordert die Gemeinde auf, den alten Sauerteig zu entfernen, und verbindet das Fest mit einem Leben in Lauterkeit und Wahrheit. Für uns gehört deshalb zur Erinnerung an die Befreiung auch die Frage, was wir zurücklassen müssen, um Jesus aufrichtig nachzufolgen. (1.Korinther 5:6-8)

Wie wird das Fest gefeiert?

Die Torah gebietet, sieben Tage lang ungesäuertes Brot zu essen und den Sauerteig aus den Häusern zu entfernen. Während dieser Zeit soll kein gesäuertes Brot gegessen werden. Am ersten und am siebten Festtag sind heilige Versammlungen angeordnet; gewöhnliche Arbeit soll an diesen Tagen ruhen. (2.Mose 12:15-20; 3.Mose 23:6-8)

Als Gemeinschaft möchten wir diese Tage bewusst begehen: Wir entfernen Sauerteig und gesäuerte Brotprodukte aus unseren Häusern, essen ungesäuertes Brot und kommen zu Schriftlesung, Gebet und brüderlichem Austausch zusammen. Dabei erzählen wir vom Auszug und beziehen auch die Kinder mit ihren Fragen ein.

Zugleich prüfen wir unser eigenes Leben: Wo brauchen wir Umkehr? Welche Gewohnheiten widersprechen Gottes Wort? Wo sind Versöhnung und ein neuer Anfang nötig? Die äußere Handlung und die innere Ausrichtung gehören für uns zusammen. Das Fest erinnert uns daran, die geschenkte Freiheit zu bewahren und unseren Weg mit dem HERRN in Lauterkeit und Wahrheit zu gehen.

Eine erste Gerstengarbe im Frühlingsfeld.

DER ANFANG DER ERNTE GEHÖRT GOTT

Die Darbringung der Erstlingsgarbe

Wann? Die Torah nennt den Tag nach dem Schabbat. Wir verstehen darunter den ersten Sonntag innerhalb des Festes der ungesäuerten Brote. An diesem Tag beginnt für uns die Zählung der 50 Tage bis Schawuot.

Gott gebot Israel, nach dem Einzug in das verheißene Land eine Garbe vom Anfang der Ernte zum Priester zu bringen. Dieser sollte sie am Tag nach dem Schabbat vor dem HERRN schwingen, damit sie für das Volk angenommen würde. Erst nach dieser Darbringung durfte von der neuen Ernte Brot, geröstetes oder frisches Getreide gegessen werden. Damit wurde der Beginn der Ernte ausdrücklich Gott gewidmet. (3.Mose 23:10-14)

Die Erstlingsgarbe erinnert uns daran, dass Wachstum, Versorgung und Leben aus Gottes Hand kommen. Sie drückt Dankbarkeit und Vertrauen aus: Der erste Ertrag gehört dem HERRN, von dem wir auch die weitere Ernte erwarten.

Für uns besitzt dieser Darbringungstag zugleich eine besondere Verbindung zur Auferstehung Jesu. Paulus bezeichnet den auferstandenen Messias als Erstling der Entschlafenen. Seine Auferstehung begründet unsere Hoffnung: Zuerst ist der Messias auferstanden; bei seiner Wiederkunft werden diejenigen auferweckt, die zu ihm gehören. (1.Korinther 15:20-23)

Wie unterscheiden sich die Zählweisen?

Im rabbinischen Judentum wird der hier genannte Schabbat als erster Festruhetag der ungesäuerten Brote verstanden. Die Darbringung wird deshalb dem 16.Tag des ersten Monats zugeordnet. An diesem Datum beginnt die Omerzählung. Diese Auslegung ist bereits für die Antike bezeugt: Josephus beschreibt die Darbringung ausdrücklich am zweiten Tag der ungesäuerten Brote, dem 16.Tag des Monats. (Josephus, Jüdische Altertümer 3.250)

Die andere Zählweise versteht den genannten Schabbat als wöchentlichen siebten Tag. Die Darbringung und der Beginn der Zählung fallen dadurch auf einen Sonntag. Auch diese Auslegung ist für die Zeit des zweiten Tempels überliefert; rabbinische Quellen schreiben sie den Boethusäern zu. (Menachot 65a-66a)

Unsere Gemeinschaft folgt der Zählung nach dem wöchentlichen Schabbat. Wir beginnen am ersten Sonntag innerhalb des Festes der ungesäuerten Brote und zählen diesen als ersten Tag. Nach sieben vollständigen Wochen ist der darauffolgende Sonntag der 50.Tag: Schawuot. Für uns spricht besonders die zusammenhängende Abfolge von Schabbat, Darbringung und sieben vollständigen Wochen für dieses Verständnis. Wir benennen es als unsere begründete Auslegung und achten Menschen, die der anderen Zählweise folgen. (3.Mose 23:15-16)

Wie feiern wir diesen Tag heute?

Die biblische Darbringung umfasste die Handlung des Priesters sowie vorgeschriebene Opfergaben. Unsere heutige Gestaltung ersetzt diesen Heiligtumsdienst nicht. Als Gemeinschaft greifen wir die Bedeutung mit Schriftlesung, Dankgebet und dem bewussten Teilen unserer Gaben auf. Besonders betrachten wir die Auferstehung Jesu und die Hoffnung auf unsere eigene Auferstehung.

Für diesen Darbringungstag ordnet die Torah keinen zusätzlichen jährlichen Ruhetag und keine eigene heilige Versammlung an. Wir würdigen ihn als Beginn der Ernte und als Ausgangspunkt unserer Zählung bis Schawuot. (3.Mose 23:9-16)

Reife Weizenähren und zwei Brote.

DANK FÜR DIE ERNTE UND GOTTES GABEN

Schawuot - das Wochenfest (Pfingsten)

Wann? Am 50.Tag der Zählung ab der Darbringung der Erstlingsgarbe, nach sieben vollständigen Wochen. Nach unserer Zählweise fällt Schawuot auf einen Sonntag.

Schawuot bedeutet „Wochen“. Der Name erinnert an die sieben Wochen, die von der Erstlingsgarbe bis zu diesem Fest gezählt werden. Die Bezeichnung Pfingsten verweist auf den 50.Tag dieser Zählung.

Die Torah verbindet Schawuot ausdrücklich mit den Erstlingen der Weizenernte. Israel sollte dem HERRN für seine Versorgung danken und eine freiwillige Gabe bringen, entsprechend dem Segen, den es empfangen hatte. Die Freude sollte gemeinsam geteilt werden: mit Kindern, Beschäftigten, Leviten, Fremden, Waisen und Witwen. Das Fest verbindet deshalb Dankbarkeit gegenüber Gott mit Fürsorge und Gemeinschaft. (2.Mose 34:22; 5.Mose 16:10-12)

Gottes Wort und die Gabe seines Geistes

Die jüdische Tradition verbindet Schawuot außerdem mit der Gabe der Torah am Sinai. Diese Verbindung gehört zur überlieferten Bedeutung des Festes; die Festanordnungen selbst beschreiben Schawuot vor allem als Wochen- und Erntefest.

Für uns ist auch das Geschehen in Apostelgeschichte 2 von besonderer Bedeutung: Am Pfingsttag waren die Jünger versammelt, als der Heilige Geist ausgegossen wurde. Sie wurden mit dem Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu sprechen. Menschen unterschiedlicher Herkunft hörten von Gottes großen Taten. (Apostelgeschichte 2:1-11)

So danken wir an Schawuot für Gottes Versorgung und bedenken zugleich die Gabe seines Wortes und seines Geistes. Wir bitten darum, dass unser Glaube Frucht trägt und Gottes Liebe durch unser Leben sichtbar wird.

Wie bestimmen wir den Termin?

Die Torah nennt für Schawuot kein festes Monatsdatum. Sie bestimmt den Termin durch die Zählung ab der Erstlingsgarbe: sieben vollständige Wochen und anschließend den 50.Tag. Wir beginnen diese Zählung am ersten Sonntag innerhalb des Festes der ungesäuerten Brote. Dadurch feiern wir auch Schawuot an einem Sonntag. (3.Mose 23:15-16)

Im heutigen rabbinischen Kalender beginnt die Zählung dagegen am 16.Nisan; Schawuot fällt dort auf den 6.Siwan. Unsere Gemeinschaft folgt der Auslegung, die den genannten Schabbat als wöchentlichen siebten Tag versteht.

Wie wird das Fest gefeiert?

Gott gebietet für Schawuot eine heilige Versammlung und Ruhe von gewöhnlicher Arbeit. Im Heiligtumsdienst wurden zwei mit Sauerteig gebackene Brote aus der neuen Ernte als Erstlingsgabe vor dem HERRN dargebracht, zusammen mit den vorgeschriebenen Tieropfern. Diese Darbringung gehört zum damaligen Heiligtumsdienst und wird durch unsere heutige Feier nicht ersetzt. (3.Mose 23:17-21)

Als Gemeinschaft möchten wir Schawuot mit Schriftlesung, Lobpreis, Dankgebet und gemeinsamem Essen feiern. Schawuot lädt uns ein, dankbar zurückzublicken und Verantwortung zu übernehmen: Was Gott uns schenkt, dürfen wir zu seiner Ehre und zum Wohl unserer Mitmenschen einsetzen.

Ein Widderhorn als Schofar auf dunkelblauem Stoff.

HÖREN, ERWACHEN UND UMKEHREN

Yom Teruah - der Tag des Hörnerschalls

Wann? Am 1.Tag des siebten Monats, von Abend zu Abend. Für unsere Festzählung orientieren wir uns am Monatsanfang nach bestätigter Neumondsichtung in Israel.

Die Torah bestimmt diesen Tag als Ruhetag, heilige Versammlung und Tag des Teruah-Schalls. In 3.Mose wird er als Gedenken unter Hörnerschall beschrieben. Gott gibt damit eine besondere Zeit zum Zusammenkommen, Hören und Erinnern. Eine ausführliche Erklärung aller Bedeutungen des Tages enthält die Festanordnung selbst nicht.

Das hebräische Wort Teruah bezeichnet einen lauten Ruf oder Schall. Je nach Zusammenhang kann damit ein Hornsignal, ein Alarmruf oder auch das Jauchzen von Menschen gemeint sein. Der Name des Festes weist deshalb auf einen eindringlichen, weithin hörbaren Ruf hin.

Für uns besitzt dieser Ruf eine geistliche Bedeutung: Wir wollen aufmerksam werden, Gottes Wort hören und unser Leben vor ihm prüfen. Joel verbindet das Schofarblasen mit der Warnung vor dem kommenden Tag des HERRN und ruft zur aufrichtigen Umkehr auf. Diese prophetischen Aussagen vertiefen unser Verständnis des Festes, ohne selbst eine zusätzliche Festanordnung zu sein. (Joel 2:1,12-13)

Der Hörnerschall kann zugleich Freude und Ehrfurcht ausdrücken. Psalm 47 verbindet ihn mit dem Lob Gottes als König über die ganze Erde. So richten wir unseren Blick auf den HERRN, seine Herrschaft und unsere Verantwortung vor ihm. (Psalm 47:6-9)

Warum feiern wir Yom Teruah als Fest im siebten Monat?

Im heutigen Judentum wird dieser Tag als Rosch Haschana, „Anfang des Jahres“, gefeiert. Diese Bezeichnung und die damit verbundene Jahreszählung gehören zur jüdischen Kalendertradition. Auch dort bleibt dieser Monat in der von Nisan ausgehenden Monatszählung der siebte Monat.

Für unsere Gemeinschaft ist die Anordnung in 2.Mose 12 maßgeblich: Gott bestimmt den Monat des Auszugs aus Ägypten zum ersten Monat des Jahres. Deshalb setzen wir unseren Jahresanfang im Monat Abib an und feiern Yom Teruah als den von Gott bestimmten Festtag im siebten Monat. Die Festanordnungen in 3.Mose 23 und 4.Mose 29 nennen ihn nicht als Neujahrsfest. (2.Mose 12:1-2; 2.Mose 13:4)

Wir feiern somit denselben biblischen Festtermin, übernehmen für unsere Festgestaltung jedoch nicht die Bedeutung als Jahresbeginn. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Gedenken, dem Teruah-Schall, der heiligen Versammlung und dem bewussten Hören auf Gott.

Wie wird das Fest gefeiert?

Die Torah gebietet eine heilige Versammlung und Ruhe von gewöhnlicher Arbeit. Zum damaligen Heiligtumsdienst gehörten außerdem besondere Opfergaben. Diese Opfer werden durch unsere heutige Feier nicht ersetzt. (3.Mose 23:23-25; 4.Mose 29:1-6)

Als Gemeinschaft kommen wir zu Schriftlesung, Gebet und Lobpreis zusammen und lassen den Schofar erklingen. Sein Ruf erinnert uns daran, innezuhalten, unser Herz zu prüfen und zum HERRN zurückzukehren. Umkehr bedeutet für uns, Schuld zu bekennen und unseren Weg wieder an Gottes Wort auszurichten. Yom Teruah lädt uns ein, mit Freude und Ehrfurcht vor Gott zu treten: Wir wollen hören, erwachen und umkehren. Unser Blick richtet sich auf den kommenden König und unsere Hoffnung auf Jesus, den Messias.

Ein geöffnetes Buch neben schlichtem weißem Leinen.

UMKEHR, VERGEBUNG UND VERSÖHNUNG

Yom Kippur - der Versöhnungstag

Wann? Am 10.Tag des siebten Monats. Die Feier beginnt am Abend des 9.Tages und dauert bis zum folgenden Abend.

Yom Kippur stellt die Reinigung von Schuld und die Versöhnung mit Gott in den Mittelpunkt. In 3.Mose 16 wird der besondere Dienst des Hohenpriesters beschrieben: Er brachte die vorgeschriebenen Opfer dar und trat mit dem Blut in das Allerheiligste. Der Dienst galt der Reinigung des Heiligtums und der Sühnung für die Priester und das Volk.

Dieser Tag erinnert uns daran, wie ernst Gott Sünde nimmt und wie sehr wir seine Vergebung brauchen. Er lädt uns ein, vor dem HERRN innezuhalten, Schuld aufrichtig zu bekennen und zu ihm zurückzukehren.

Im Licht des Messias betrachten wir den Versöhnungstag besonders im Zusammenhang mit Jesu Hingabe. Der Hebräerbrief beschreibt ihn als Hohenpriester, der durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen ist und eine ewige Erlösung erwirkt hat. Seine Hingabe reinigt unser Gewissen, damit wir dem lebendigen Gott dienen. Unsere Feier soll uns diese Rettung dankbar vor Augen führen. (Hebräer 9:11-14)

Wie wird der Tag gefeiert?

Die Torah gebietet eine heilige Versammlung, vollständige Arbeitsruhe und die Demütigung der eigenen Seele vor Gott. Sie hebt den Ernst dieser Anordnung ausdrücklich hervor und bestimmt die Feier von Abend zu Abend. (3.Mose 23:27-32)

Als Gemeinschaft begehen wir diese Demütigung mit Fasten, Gebet und ehrlicher Selbstprüfung. Die Formulierung der Torah lautet „eure Seelen demütigen“; das Fasten ist die überlieferte und von uns gewählte Weise, dieser Haltung auch körperlich Ausdruck zu geben.

Wir lesen gemeinsam Gottes Wort, bekennen unsere Schuld und bitten um Vergebung. Wo wir anderen Unrecht getan haben, möchten wir Verantwortung übernehmen, nach Möglichkeit Wiedergutmachung leisten und Versöhnung suchen. So soll Umkehr auch unser Handeln verändern.

Der frühere hohepriesterliche Opferdienst wird durch unsere heutigen Handlungen nicht ersetzt. Unsere Hoffnung auf Vergebung gründet in Jesus, dem Messias. In Demut und Vertrauen wenden wir uns dem HERRN zu und danken ihm für seine Barmherzigkeit.

Eine einfache Laubhütte mit einem Dach aus Zweigen.

FREUDE, VERSORGUNG UND VERTRAUEN

Sukkot - das Laubhüttenfest

Wann? Vom 15.Tag bis zum 21.Tag des siebten Monats, sieben Tage lang.

Sukkot bedeutet „Hütten“. Das Fest erinnert an Gottes Führung nach dem Auszug aus Ägypten. Israel sollte sieben Tage in Hütten wohnen, damit auch die kommenden Generationen diese Geschichte kennenlernen. Für uns wird darin anschaulich: Unser Leben ist auf Gottes Fürsorge angewiesen. Auch unterwegs und ohne dauerhafte Sicherheit können wir ihm vertrauen. (3.Mose 23:42-43)

Zugleich ist Sukkot ein Fest der eingebrachten Ernte. Nach der Arbeit auf dem Feld dankt das Volk für Gottes Versorgung. Diese Freude soll geteilt werden: Kinder, Bedienstete, Leviten, Fremde, Waisen und Witwen werden ausdrücklich einbezogen. Dankbarkeit vor Gott zeigt sich auch darin, anderen einen Platz an unserer Seite zu geben. (5.Mose 16:13-15)

Auch Jesus ging zum Laubhüttenfest nach Jerusalem. Sein Beispiel ermutigt uns, diese Festzeit im Glauben an ihn dankbar zu begehen. (Johannes 7:2,10)

Wie wird das Fest gefeiert?

Zur biblischen Feier gehören das Wohnen in Hütten und die Freude vor Gott mit Baumfrüchten, Palmzweigen, belaubten Zweigen und Bachweiden. Für den Heiligtumsdienst waren außerdem tägliche Opfer vorgeschrieben. Unsere heutige Festgestaltung ersetzt diesen Opferdienst nicht. (3.Mose 23:36,40-43)

Als Gemeinschaft möchten wir eine einfache Laubhütte errichten und die Festwoche mit gemeinsamer Schriftlesung, Gebet, Lobpreis und Mahlzeiten gestalten. Die Hütte erinnert uns daran, dass Besitz und Bequemlichkeit nicht unsere letzte Sicherheit sind. Wir danken dem HERRN für seine Gaben und teilen unsere Freude durch Gastfreundschaft und die Unterstützung bedürftiger Menschen.

Am ersten Festtag, dem 15.Tag, ist eine heilige Versammlung geboten. Wir ruhen von gewöhnlicher Arbeit und kommen gemeinsam vor Gott. Am 21.Tag endet die siebentägige Hüttenzeit; für diesen siebten Festtag ist kein zusätzlicher jährlicher Ruhetag angeordnet. Fällt er auf den wöchentlichen Schabbat, gilt dessen Ruhegebot. (3.Mose 23:3,34-36)

Sukkot lädt uns ein, Gottes Güte mit Freude zu feiern: Wir erinnern uns an seine Führung, danken für seine Versorgung und lernen, ihm auch auf den noch unbekannten Wegen unseres Lebens zu vertrauen.

Ein schlichter Versammlungsraum in warmem Licht.

NOCH EINMAL GEMEINSAM VOR GOTT

Schemini Azeret - der achte Versammlungstag

Wann? Am 22.Tag des siebten Monats, unmittelbar nach den sieben Tagen Sukkot.

Nach der siebentägigen Hüttenzeit ordnet Gott einen weiteren besonderen Tag an: den achten Versammlungstag. Schemini bedeutet „achter“, Azeret bezeichnet hier die Festversammlung. Dieser Tag schließt unmittelbar an Sukkot an, wird in der Torah aber mit einer eigenen Versammlung und eigenen Opfergaben hervorgehoben. (4.Mose 29:35-38)

Auch Nehemia berichtet von dieser Ordnung: Während der Festwoche wurde täglich aus Gottes Gesetz gelesen; nach sieben Tagen folgte am achten Tag die vorgeschriebene Festversammlung. Dieses Beispiel ermutigt uns, Gottes Wort einen festen Platz in unserer gemeinsamen Festzeit zu geben. (Nehemia 8:18)

Wie wird das Fest gefeiert?

Geboten sind eine heilige Festversammlung und Ruhe von gewöhnlicher Arbeit. Die Vorschrift, in Hütten zu wohnen, umfasst die sieben Tage von Sukkot; für den achten Tag wird sie nicht nochmals angeordnet. Die besonderen Opfer dieses Tages gehörten zum Heiligtumsdienst. (3.Mose 23:36,39,42; 4.Mose 29:35-38)

Als Gemeinschaft kommen wir noch einmal zusammen, hören Gottes Wort und beten. Wir danken für seine Versorgung, für die gemeinsam verbrachte Festzeit und für alles, was wir miteinander lernen durften. So beschließen wir die Festtage mit Dankbarkeit und nehmen ihre Erinnerungen und Ermutigungen in unseren Alltag mit.

DER WÖCHENTLICHE RHYTHMUS

Schabbat - Gottes Ruhetag

Wann? Jeden siebten Tag der Woche. Als Gemeinschaft halten wir den Schabbat von Freitagabend bei Sonnenuntergang bis Samstagabend bei Sonnenuntergang.

Der Schabbat ist bereits in der Schöpfung verwurzelt: Gott vollendete sein Werk, ruhte am siebten Tag und segnete und heiligte ihn. Im vierten der Zehn Gebote fordert er sein Volk auf, dieses Tages zu gedenken und ihn heilig zu halten. Die Ruhe gilt auch den Kindern, den Bediensteten, den Fremden und den Tieren. Sie erinnert daran, dass unser Leben nicht allein aus Arbeit und Leistung besteht. (1.Mose 2:2-3; 2.Mose 20:8-11)

Die Torah nennt den Schabbat ausdrücklich einen Tag der Ruhe und eine heilige Versammlung. Er steht deshalb auch am Anfang der Aufzählung von Gottes Festzeiten. Die Beachtung seines Beginns am Abend wird in Nehemia anschaulich: Noch vor dem Schabbat, als es an den Toren Jerusalems dunkel wurde, ließ Nehemia die Tore schließen, um den Ruhetag vor dem Handel zu schützen. (3.Mose 23:3; Nehemia 13:19-22)

Wie wird der Schabbat gefeiert?

Wir lassen unsere gewöhnliche Arbeit ruhen und nehmen uns Zeit für Gottes Wort, Gebet, Lobpreis und den brüderlichen Austausch. Auch Jesus ging am Schabbat seiner Gewohnheit nach in die Synagoge; die Apostel nutzten diesen Tag ebenfalls zur Schriftlesung und Lehre. Jesus zeigte zugleich, dass es erlaubt ist, am Schabbat Gutes zu tun. Barmherzigkeit und Hilfe für andere gehören zu seiner rechten Beachtung. (Lukas 4:16; Apostelgeschichte 13:14-15; Matthäus 12:9-12)

Als Gemeinschaft verstehen wir den Schabbat als ein bleibendes Geschenk und Gebot Gottes. Wir freuen uns, unseren HERRN an jedem Tag zu loben, zu beten und seine Schrift zu lesen. Den siebten Tag ehren wir besonders als den von ihm geheiligten Ruhetag und kommen zur gemeinsamen Versammlung zusammen.

Sechs Tage arbeiten. Am siebten zur Ruhe kommen, Gottes Wort hören und seine Güte bedenken.

Gemeinsam lernen. Dankbar feiern.

Du musst nicht schon alles kennen, um dich mit Gottes Festen zu beschäftigen. Wir laden dich ein, die angegebenen Bibelstellen selbst zu lesen, Fragen mitzubringen und mit uns Schritt für Schritt die Zusammenhänge zu entdecken. Unser Wunsch ist, dass Gottes Wort uns näher zu ihm und in brüderlicher Liebe zueinander führt.

Die Bilder veranschaulichen die Themen der Feste. Sie stellen keine verbindliche Festordnung dar. Die verlinkten Bibelstellen öffnen sich auf ERF Bibleserver.